Das Politische Fussballstadion: Identitatdiskurse and Machtkampfe, Başak Alpan,Albrecht Sonntag,Katarzyna Herd, Editör, J.B. Metzler, Basel, ss.27-48, 2024
Die Beziehungen zwischen Fußballfans und Stadien sowie die Rolle, die letztere in der Fußballkultur spielen, waren Gegenstand einer Vielzahl von Aufsätzen und Untersuchungen im Bereich der Sozialwissenschaften. Trotz der gestiegenen Technologie und Medienberichterstattung über das Spiel bleibt der Besuch eines Stadions, um ein Fußballspiel zu sehen, in ganz Europa eine beliebte Aktivität. Die Atmosphäre innerhalb eines Stadions und die Emotionen, die das ‚Dabeisein‘ hervorruft, machen das Erlebnis des Spiels angenehmer (Giulianotti 1999: 69).
Dieses Kapitel bietet einen empirischen Ansatz zur Untersuchung der Stadionbesuche bei Fußballspielen in verschiedenen europäischen Ländern über die beiden vor-COVID-19 Jahrzehnte. Unser Ziel war es, eine Analyse der Stadionbesuche durchzuführen, die Unterschiede zwischen den europäischen Ländern hinsichtlich des soziodemografischen Profils der Zuschauer und der Besuchsformen zu identifizieren. Dafür haben wir Daten aus zwei Umfragen zur Fußballkultur verwendet, die im Rahmen des FREE-Projekts durchgeführt wurden.
Diese Daten zeigen, dass mehr als die Hälfte der Menschen, die ein Fußballteam unterstützen, normalerweise dessen Heimspiele besucht, während die Besuchszahlen bei Auswärtsspielen deutlich niedriger sind. Die Analyse des Profils derjenigen, die Heimspiele besuchen, zeigt, dass die Raten der Männer deutlich höher sind als die der Frauen in allen in der Umfrage berücksichtigten Ländern. Andererseits ist die Besuchsrate zwischen den verschiedenen Altersgruppen recht homogen, obwohl bei Berücksichtigung der sozialen Klasse der Fans relevante Unterschiede zwischen den Ländern festgestellt wurden.